Der in Nordost-Afrika gelegene Sudan ist das flächenmäßig drittgrößte Land Afrikas und gehört geografisch sowohl zu Nordafrika als auch zu Ost- und Zentralafrika. Der Sudan liegt am Roten Meer und grenzt an Ägypten, Libyen, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, den Südsudan, Äthiopien und Eritrea. Ein Teil des Staates Sudan ist Teil der „Großlandschaft Sudan.“ Diese kennzeichnet den Übergang zwischen Trockenzone und Savanne. Durch den Sudan verläuft die Nordäquatorialschwelle. Der Sudan hat ebenfalls Anteile an der Nubischen Wüste, der Sahelzone und dem Nil. Diese Vielfalt gepaart mit einer faszinierenden Kultur macht den Sudan zu einem äußerst reizvollen und interessanten Land.
Foto: Abdalla Salih
Foto: Maurice Brand
Der Sudan gliedert sich in den trockeneren, subtropischen Norden und den wechselfeuchten, tropischen Süden. Dementsprechend gibt es im Nordsudan ausgedehnte Wüsten, in denen sommerliche Maximaltemperaturen von 50 °C erreicht werden und viele Jahre in Folge kein Niederschlag zu verzeichnen ist. Das Wüstenklima bedingt teils sehr starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. An der Nordküste zum Roten Meer sind die Temperaturunterschiede geringer. Während der Übergangsmonate im Frühling und Herbst kommt es zu Sandstürmen.
Bei der Einreise nach Sudan benötigen Sie einen gültigen
Reisepass. Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch
mindestens sechs Monate gültig sein. Das Reisedokument darf
keinen israelischen Stempel enthalten.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum.
Diese muss vor der Einreise bei den zuständigen
Auslandsvertretungen, in Deutschland der Botschaft der Republik
Sudan in Berlin beantragt werden.
Reisende müssen sich binnen drei Tage beim Ausländeramt des
Aufenthaltsortes registrieren. Hotels bieten ihren Gästen in der
Regel gegen Gebühr an, die Registrierung zu erledigen.
Die medizinische Versorgung im Lande ist insbesondere in den ländlichen Regionen vielfach technisch, apparativ und/oder hygiensich problematisch. In Khartum ist die Versorgung insgesamt besser, aber auch hier nicht mit Europa zu vergleichen. Durch den langjährigen Bürgerkrieg sind vor allem im Süden des Landes weiterhin große Teile der medizinischen Infrastruktur zerstört. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch oder Französisch sprechende Ärzte. Wir empfehlen, dass Sie für die Dauer des Auslandaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückhoversicherung abschließen. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbidungsstelle Krankenversicherung – Ausland. Nehmen Sie zudem eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen. Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben.
Wegen der Gefahr möglicher Infektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser sollte generell vor dem Trinken, Zähneputzen und vor der Eiswürfelzubereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert oder abgepackt gekauft werden. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Milch ist in der Regel nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Rühren Sie Trocken- und Dosenmilich nur mit keimfreien Wasser an. Vermeiden Sie Milchprodukte aus ungekochter Milch. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen .Der Genuss von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine
Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem
Gelbfiebergebiet ist für alle Reisenden ab dem Alter von einem
Jahr eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen. Der Süden Sudans gilt
als Gelbfiebergebiet, eine Gelbfieberimpfung ist hier auch aus
medizinischen Gründen empfohlen. Bitte beachten Sie, dass laut
WHO Einwohnern und Langzeitreisenden über 4 Wochen eine Impfung
gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) 4 Wochen bis 12 Monate vor
Ausreise benötigen. Falls Sie kürzer als 4 Wochen im Land sind,
ist ein vollständiger Impfschutz gegen Poliomyelitis empfohlen.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Polio, Gelbfieber
(s.o.) und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer
Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut sowie
Meningokokken-Krankheit (ACWY) empfohlen.
Landeswährung ist das Sudanesische Pfund (SDG). Zurzeit entspricht ein Euro in etwa 535 sudanesischen Pfund.
Foto: Janusz Peinkowski
Foto: Holger Kleine
Kreditkarten und ausländische Bankkarten können im Sudan nicht verwendet werden. Reisende müssen Bargeld in hinreichender Menge zur Finanzierung ihres Aufenthaltes mitführen.
Reiseschecks und EC Karten werden im Sudan nicht akzeptiert.
Die Netzspannung beträgt 230 Volt bei 50 Herz, wobei das Stromnetz häufige Spannungschwankungen unterliegt.
Der Zeitunterschied zwischen der MEZ und Ägypten beträgt stets plus 1 Stunde.
Luftpost nach Europa ist bis zu einer Woche unterwegs.
Öffnungszeiten der Postämter: Sa-Do 08.30-13.00 und 17.30-18.30
Uhr.
Die Landesvorwahl ist die 00249. Die nationale
Telefongesellschaft heißt Sudatel Telecom Group (Internet:
www.sudatel.sd). ES gibt öffentliche Kartentelefone (grüne
Telefonzellen, funktionieren meist nur tagsüber). Telefonkarten
sind bei Niederlassungen von Sudatel erhältlich.
Auslandsgespräche können problemlos von größeren Städten und von
Telefonzentren geführt werden. Internetcafés bieten auch
Internettelefonie an.
Mobiltelefon: Die Frequenzen GSM 900/1800 werden unterstützt.
Mobilfunknetze betreiben unter anderem Sudatel (Internet:
www.sudatel.sd). Roaming-Vertäge bestehen mit
Mobilfunkgesellschaften unter anderem in Deutschland, Österreich
und der Schweiz. Empfangs-/Sendebereiche nur in den größeren
Städten.
Anbieter wie Sudatel bieten mobiles Surfen im Internet an.
Internetcafés sind vor allem in den großen Städten zu finden, in
ländlichen Gebieten können die Gebühren in den vereinzelten
Cafés sehr hoch sein.
Foto: Rainer Lesniewski
1. Januar – Unabhängigkeitstag, 7. Januar – koptischer
Weihnachtstag, April/Mai – koptisches Osterfest, , 30. Juni –
Tag der Revolution. Eid al-Fitr (Am Ende des Ramadan), Eid
al-Adha (Opferfest), islamsiches Neujahrsfest,. Die angegebenen
Daten für drei islamische Feiertage werden nach dem Mondkalender
berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr.
Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr
vorangeht, ist es Muslimen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
untersagt zu essen, zu trinken oder zu rauchen, wodurch es zu
Unterbrechungen oder Abweichungen im normalen Geschäftsablauf
(u.a. reduzierte Öffnungszeiten von Geschäften und Behörden) und
deshalb zu Einschränkungen für Reisende kommen kann. Viele
Restaurants außerhalb Hotels sind tagsüber geschlossen, und der
Genuss von Alkohol und Zigarreten ist nur eingeschränkt möglich
bzw. z.T. sogar strikt verboten, auch für nichtmuslimische
Urlauber. In Hotelanlagen muss damit gerechnet werden, dass
Mahlzeiten und Getränke während des Ramadan nur im
Hotelrestaurant bzw. auf dem Zimmer eingenommen werden dürfen.
Da der Sudan ein überwiegend islamisches Land ist, sollten Frauen freizügige Kleidungsstücke vermeiden. Bei offiziellen und gesellschaftlichen Anlässen und in manchen Restaurants wird formelle Kleidung erwartet.
Öffnungszeiten der Geschäfte: Sa-Do 08.00-13.30 und 17.30-20.00
Uhr.
Banken: Sa-Do 08.00-14.00 Uhr.
Militärische und polizeiliche Einrichtungen, Flughäfen und Brücken, Ministerien, Eisenbahneinrichtungen, Militär- und Polizeiangehörige und Frauen ohne deren ausdrückliche Einwilligung dürfen nicht fotografiert werden. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Strafen.
Der Besuch einer Kirche geht einher mit bestimmten Regeln die man beachten sollte, um sich Ärger mit Einheimischen zu ersparen. Bei Betreten der Kirche ist darauf zu achten, dass Sie Ihre Kopfbedeckung ablegen. Ebenso ist es wichtig beim Besuch einer Kirche auf angemessene Kleidung zu achten. Frauen sollten hochgeschlossene Kleidung tragen, Badebekleidung, Miniröcke oder Kleidung die viel Haut zeigt, sollte vermieden werden. Verhalten Sie sich bei der Besichtigung entsprechend diskret.
Eine Service-Gebühr ist oft schon in der Hotel- bzw. in der
Restaurantrechnung enthalten, adernfalls werden 10 % Trinkgeld
erwartet. Dienstleister wie Zimmermädchen, Gepäckträger etc.
erhalten üblicherweise ebenfalls ein kleines Trinkgeld.
Trinkgelder sind im Sudan eine übliche Praxis, und es wird
geschätzt, wenn man den Service zusätzlich honoriert.
70 % Muslime (Sunniten), 25 % Animisten, Minderheiten von Kopten und 5 % Christen.
Die Amtssprache ist Arabisch, daneben werden afrikanische Sprachen und Englisch als Bildungssprache gesprochen.