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Foto: Javarman
Foto: Remix71
Foto: Martyn Unsworth
Mit dem Flug über den Atlantik beginnt eine Peru Reise, die Küstenwüste, Andenhochland und Nebelwald miteinander verbindet. In Lima, von Francisco Pizarro einst als Stadt der Könige gegründet, empfängt uns das milde, vom kühlen Humboldtstrom geprägte Klima der Pazifikküste. Nach der Landung bringt uns ein Transfer ins Hotel, wo die ersten Eindrücke nachklingen dürfen.
Foto: gjp1991
Gäste, die mit dem Nachtflug anreisen, treffen am Morgen in Lima ein und können sich zunächst ausruhen. Nachmittags öffnet das Museo Larco seine Türen, untergebracht in einem Herrenhaus aus der Zeit der Vizekönige, das auf den Resten einer vorspanischen Pyramide steht. Die Sammlung, die der Archäologe Rafael Larco Hoyle aufbaute, spannt einen Bogen über Jahrtausende peruanischer Kulturgeschichte. Porträtgefäße der Moche zeigen Gesichter von verblüffender Individualität, als hätten ihre Vorbilder eben erst Modell gesessen. Im Goldsaal funkeln Ohrpflöcke, Nasenschmuck und Brustplatten, die den Glanz der Herrscher unterstrichen. Offene Depots mit dicht gefüllten Regalen lassen die Fülle des Erbes erahnen, während eine Galerie erotischer Keramik mit erstaunlicher Offenheit überrascht.
Foto: Sergio Simoes
Foto: Sergio Simoes
Das historische Zentrum von Lima (Unesco Weltkulturerbe) erzählt von jenen Jahrhunderten, in denen hier das Herz des spanischen Vizekönigreichs schlug. Unser Rundgang beginnt an der Plaza San Martín, deren Reiterstandbild den Befreier José de San Martín ehrt und die von eleganten Fassaden des frühen 20. Jahrhunderts gesäumt wird. Durch die Fußgängerstraße Jirón de la Unión mit ihren Geschäften und Stadthäusern aus republikanischer Zeit schlendern wir hinüber zum Hauptplatz.
Macht und Pracht an der Plaza MayorAuf der Plaza Mayor gründete Pizarro die Stadt, und bis heute haben hier Staat, Stadtverwaltung und Kirche ihren Sitz. Der Präsidentenpalast steht an der Stelle, an der schon der Eroberer residierte; vor seinem schwarzen Gittertor ziehen Wachen in historischen Uniformen auf. Nebenan leuchtet das gelbe Rathaus mit dunklen, geschnitzten Holzbalkonen, deren Vorbilder einst den Damen der Kolonialgesellschaft erlaubten, das Treiben auf der Straße ungesehen zu beobachten.
Rosafarbene Mauern und zwei HeiligeDie Kirche Santo Domingo gehört zu den frühesten Gründungen der Stadt. Hinter ihrer rosafarbenen Fassade ruhen die Reliquien der Rosa von Lima, der ersten Heiligen Amerikas, und des volkstümlichen Martín de Porres. Im angrenzenden Kloster umschließen Wände mit leuchtenden Azulejos aus Sevilla einen stillen Kreuzgang. In diesen Räumen nahm die Universität San Marcos, eine der ältesten Hochschulen des Kontinents, ihren Anfang.
Das Grab des EroberersMit ihren beiden Türmen beherrscht die Kathedrale von Lima die Ostseite des Platzes. Mehrfach durch Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut, vereint sie Elemente von Renaissance, Barock und Klassizismus. Eine mit Mosaiken ausgekleidete Kapelle birgt den Sarkophag von Francisco Pizarro, dessen sterbliche Überreste erst im 20. Jahrhundert in einer Krypta wiederentdeckt wurden. Nur wenige Schritte von dem Ort entfernt, an dem er in seiner eigenen Stadt ermordet wurde, rückt das Schicksal des Konquistadors greifbar nahe.
Mit dem Buggy durch die DünenSpäter führt die Fahrt entlang der Küste nach Süden. In der Wüste von Paracas wartet ein Abenteuer der besonderen Art: Geländebuggys mit breiten Reifen gleiten über goldgelbe Sandwellen, stürzen steile Kämme hinab und halten an Aussichtspunkten, an denen die tief stehende Sonne die Dünen in ein Relief aus Licht und Schatten verwandelt. Am Horizont glitzert der Pazifik.
Foto: Diego Grandi
Foto: Voyageur
Vor der Halbinsel Paracas ragen die zerklüfteten Islas Ballestas aus dem Meer. Schon auf der Bootsfahrt grüßt vom Hang der Halbinsel der Kandelaber, ein riesiges Scharrbild, dessen Ursprung bis heute ungeklärt ist. Auf den Klippen aalen sich Seelöwen, Humboldtpinguine watscheln über das Gestein, und Scharen von Tölpeln, Kormoranen und Pelikanen erfüllen die Luft mit ihrem Geschrei. Der Kot der Vögel, der Guano, war im 19. Jahrhundert als Dünger so begehrt, dass er dem Land ungeahnten Reichtum bescherte. Lässt das Wetter keine Überfahrt zu, besuchen wir stattdessen das Museum von Paracas und das Naturreservat mit seinen rötlich schimmernden Stränden.
Wie der Traubenbrand entstehtRund um Ica und Pisco wird seit der Kolonialzeit ein Brand aus Trauben destilliert, der den Namen der alten Hafenstadt trägt. In der Brennerei Bodega 1615 erfahren wir, wie aus Rebsorten wie Quebranta oder Italia das peruanische Nationalgetränk entsteht. Früher stampfte man die Trauben mit bloßen Füßen, bevor der Most in kupfernen Brennblasen seinen Charakter erhielt. Pur genossen oder als schaumiger Pisco Sour gemixt, offenbart der Brand eine überraschende Vielfalt an Aromen.
Palmen und Lagune zwischen SandbergenEiner Fata Morgana gleich liegt die Oase von Huacachina zwischen turmhohen Dünen: ein grüner Tupfen aus Palmen, Huarango-Bäumen und einer smaragdfarbenen Lagune. Einer Legende zufolge floh eine badende Prinzessin vor einem Jäger; das Wasser blieb als Lagune zurück, ihr Mantel verwandelte sich in die Sandberge. Vom Kamm einer Düne aus leuchtet die Oase im warmen Abendlicht wie ein Juwel in einer Fassung aus Sand.
Foto: Terry Carr
Foto: Vitmark
Lange bevor die Nazca ihre Riesenbilder schufen, legten Menschen der Paracas-Kultur Figuren an den Hängen bei Palpa an. Die Linien von Palpa (Unesco Weltkulturerbe) zeigen menschenähnliche Gestalten mit strahlenförmigem Kopfschmuck, die von den Hügeln herabzublicken scheinen. Von einem Aussichtspunkt lässt sich eine Gruppe erkennen, die als Familie gedeutet wird. Welche Botschaft diese Wesen tragen, bleibt ein faszinierendes Rätsel.
Die Frau, die der Wüste ihr Leben schenkteDie aus Dresden stammende Mathematikerin Maria Reiche widmete Jahrzehnte ihres Lebens der Erforschung der Scharrbilder. Unermüdlich vermaß sie die Pampa, kehrte verwehte Linien mit dem Besen frei und setzte sich gegen Straßenbau und Zerstörung zur Wehr. Im Maria-Reiche-Museum, ihrem einstigen Wohnhaus, erinnern persönliche Gegenstände, Messinstrumente und Skizzen an ihre beinahe asketische Hingabe. Ihre letzte Ruhe fand sie im Garten des Hauses. In den Linien vermutete sie einen astronomischen Kalender.
Blick vom AussichtsturmNeben der Panamericana erhebt sich ein schlichter Metallturm, der Mirador de las Líneas de Nazca. Von seiner Plattform sind drei Figuren zu erkennen: der Baum, die Hände und die Eidechse, deren Körper beim Bau der Straße durchschnitten wurde. So nah am Boden wird deutlich, wie die Nazca Linien entstanden: Ihre Schöpfer räumten die dunklen, oxidierten Steine beiseite und legten den helleren Untergrund frei.
Im Tiefflug über ein FreiluftarchivAm Nachmittag besteht wahlweise die Möglichkeit, in einer Kleinmaschine über die Pampa zu fliegen. Erst aus der Luft entfalten die Nazca Linien ihre volle Wirkung: Kolibri, Affe mit spiralförmigem Schwanz, Spinne und Kondor zeichnen sich scharf auf dem Wüstenboden ab, dazu schnurgerade Bahnen und gewaltige Trapeze. Warum eine Kultur Bilder schuf, die sie selbst nie vollständig überblicken konnte, gehört zu den großen Fragen der Archäologie.
Stille Wächter in der Wüste von ChauchillaAlternativ führt der Nachmittag zum Gräberfeld von Chauchilla, einer Nekropole der Nazca-Kultur. In offenen, sorgfältig restaurierten Grabkammern sitzen Mumien in Hockstellung, gehüllt in Reste von Baumwollgewändern, manche noch mit langen, geflochtenen Haaren. Trockenheit und salzhaltiger Boden haben die Toten über viele Jahrhunderte konserviert. Nachdem Grabräuber das Areal einst durchwühlt hatten, vermittelt die Stätte heute eindrucksvoll den Umgang einer versunkenen Kultur mit dem Tod.
Foto: Leonid Andronov
Foto: Pablo Hidalgo
Auf der Panamericana führt die Fahrt durch eine Landschaft aus Sand und nacktem Fels, die vor Jahrmillionen vom Meer bedeckt war. Davon erzählt das Museum von Sacaco, errichtet direkt über dem versteinerten Skelett eines Wals. Fossilien von Haien, Robben und urzeitlichen Meeresfaultieren belegen, welch reiche Tierwelt sich einst in diesen Gewässern tummelte. Wenn die Knochen im gleißenden Wüstenlicht liegen, scheint es, als hätte sich der Ozean erst gestern zurückgezogen.
Olivenhaine und BrandungIm Tal von Yauca unterbrechen dichte Olivenhaine das Ockerbraun der Küstenwüste, und die Früchte des Tals werden für ihr kräftiges Aroma geschätzt. Weiter südlich erreichen wir den Strand von Camaná. Bei einem Spaziergang trägt der Wind den Geruch von Salz heran, und die Wellen des Pazifiks rollen gleichmäßig an Land.
Zu Füßen des ebenmäßigen Vulkankegels Misti liegt Arequipa, dessen Altstadt (Unesco Weltkulturerbe) aus hellem Sillar erbaut wurde, einem Tuffgestein vulkanischen Ursprungs. Dieses Material verlieh der Stadt ihren Beinamen. An der Plaza de Armas säumen doppelstöckige Arkaden drei Seiten, während die vierte ganz von der Kathedrale von Arequipa eingenommen wird. Nach Erdbeben immer wieder aufgebaut, glänzt das Gotteshaus mit strahlend weißer Fassade und birgt eine mächtige Orgel aus Belgien.
Steinerne Spitze an der JesuitenkircheDie Fassade der Jesuitenkirche La Compañía gilt als Meisterwerk des Mestizenbarocks. Indigene Steinmetze überzogen den Sillar mit einem dichten Teppich aus Blüten, Ranken und Engelsköpfen, sodass der Stein wie feine Spitze wirkt. Zwischen christlichen Symbolen verbergen sich auch Pflanzen der Anden, mit denen einheimische Handwerker ihre eigene Welt in die Kunst der Eroberer einschrieben.
Eine Stadt in der StadtHohe Mauern umschließen das Kloster Santa Catalina, das im 16. Jahrhundert gegründet wurde und über Jahrhunderte eine abgeschlossene Welt blieb. Hinter der Pforte öffnet sich ein Labyrinth aus Gassen, Plätzen und Kreuzgängen, deren Wände in kräftigem Ockerrot und Kobaltblau leuchten. Viele Nonnen stammten aus wohlhabenden Familien, brachten Mitgift und Dienerinnen mit und bewohnten eigene kleine Häuser. Rußgeschwärzte Küchen, ein Waschplatz aus halbierten Tonkrügen und mit Geranien geschmückte Innenhöfe lassen die Zeit stillstehen.
Farben und Düfte des MarktesEinen lebendigen Einblick in den Alltag gewährt der Markt San Camilo. In der hohen Halle türmen sich Kartoffeln in allen Formen und Farben, leuchtend rote Rocoto-Schoten, Maiskolben und Früchte wie Cherimoya oder Lúcuma. An den Saftständen wirbeln Mixer frisches Obst durcheinander, während Händlerinnen Käse, Kräuter und Heilpflanzen aus dem Hochland feilbieten.
Foto: Jan Schneckenhaus
Foto: Saiko3p
Hinter Arequipa steigt die Straße in die Puna, eine windgepeitschte Steppe aus goldenem Ichu-Gras. Im Schutzgebiet Salinas y Aguada Blanca ziehen in der Pampa Cañahuas Herden wildlebender Vikunjas umher. Die zierlichen Verwandten des Lamas liefern eine der feinsten Naturfasern der Welt; Gewänder aus ihrer Wolle waren zur Inkazeit dem Adel vorbehalten. Heute ist das anmutige Tier im Staatswappen Perus verewigt.
Zwischen Vulkanen und SteinmännchenAuf dem Pass am Mirador de los Volcanes erreicht die Strecke ihren höchsten Punkt. Unzählige Steintürmchen, die Apachetas, bedecken den kargen Boden; Reisende schichten sie als Opfergaben für die Berggeister auf. Weit reicht der Blick: Schneebedeckte Gipfel wie Ampato und Hualca Hualca reihen sich aneinander, und mit etwas Glück steigt über dem Sabancaya eine Rauchfahne in den tiefblauen Himmel.
Ankommen in ChivayIn Chivay, dem Hauptort des Colca-Tals, bleibt der Nachmittag frei, damit sich der Körper an die Höhe gewöhnen kann. Nach alter Andentradition hilft dabei ein Tee aus Kokablättern. Wohltuend sind auch die Thermalquellen am Ufer des Colca-Flusses, in deren warmem Wasser man mit Blick auf terrassierte Hänge entspannt.
Foto: Pavalache Stelian
Foto: Rusty Elliott
Der Colca Canyon zählt zu den tiefsten Schluchten der Erde. Am Aussichtspunkt Cruz del Cóndor fällt der Blick über steile Felswände hinab auf das silberne Band des Flusses. Sobald die Sonne die Hänge erwärmt, steigen mit etwas Glück Andenkondore aus der Tiefe empor. Auf mächtigen Schwingen von beeindruckender Spannweite kreisen sie mitunter so nah an den Beobachtern vorbei, dass ihre weiße Halskrause zu erkennen ist. Für die Völker der Anden verkörpert der Kondor die Verbindung zwischen Erde und Himmel.
Terrassen und TrachtenSeit präinkaischer Zeit bewirtschaften die Collagua und Cabana die Hänge des Tals auf kunstvoll angelegten Terrassen, die wie grüne Treppen bergauf steigen. Im Andendorf Yanque erhebt sich an der Plaza eine Kirche mit reich verzierter Fassade aus weißem Sillar. Frauen in bestickten Röcken und Hüten, an deren Form sich die Herkunft ablesen lässt, prägen das Dorfbild. Weitere Fotostopps halten das Mosaik aus Feldern und Bewässerungskanälen fest.
Foto: Saiko3p
Foto: Donyanedomam
Tiefblau erstreckt sich der Titicacasee zwischen Peru und Bolivien bis zum Horizont. Nach der Überlieferung entstiegen hier Manco Cápac und Mama Ocllo, die Kinder des Sonnengottes, den Fluten, um das Inkareich zu gründen. Während das Boot über das Wasser gleitet, verleiht die Höhe dem Licht eine fast unwirkliche Klarheit, und Wolkenberge spiegeln sich auf der glatten Oberfläche.
Leben auf schwimmenden SchilfinselnIn der Bucht von Puno bewohnen die Uros Inseln, die sie vollständig aus Totora-Schilf anlegen. Beim Betreten gibt der Boden federnd nach. Weil die unteren Lagen im Wasser verrotten, schichten die Familien regelmäßig frisches Schilf auf. Aus demselben Material entstehen Hütten und die typischen Boote mit geschwungenem Bug. Die Gastgeber erzählen, wie sich ihre Vorfahren einst auf den See zurückzogen, und zeigen, wie vielseitig die Pflanze genutzt wird.
Strickende Männer auf TaquileWeiter draußen im See liegt die Insel Taquile, deren Quechua sprechende Bewohner ihr Gemeinwesen nach eigenen, gemeinschaftlichen Regeln organisieren. Im Mittelpunkt steht die Textilkunst (Unesco Immaterielles Kulturerbe): Die Männer stricken, oft sogar im Gehen, feine Mützen, deren Farben den Familienstand verraten, während die Frauen spinnen und farbenfrohe Gürtel weben. Pfade führen vorbei an Terrassen und steinernen Torbögen zum Hauptplatz, von dem der Blick über den See bis zu den verschneiten Gipfeln Boliviens reicht.
Foto: Florian Bluemm
Foto: Pablo Hidalgo
Gastfreundlich empfängt uns eine Familie des Altiplano in ihrem schlichten Lehmgehöft. Zwischen Lamas, Alpakas und Meerschweinchen öffnet sich ein Einblick in einen Alltag, den der Rhythmus der Jahreszeiten bestimmt. Die Gastgeber zeigen, wie Kartoffeln durch Nachtfrost und Sonne zu haltbarem Chuño werden, wie Wolle gesponnen wird und welche Rolle Pachamama, die Mutter Erde, im täglichen Leben spielt.
Türme für die EwigkeitAuf einer Halbinsel über dem Umayo-See ragen die Chulpas von Sillustani in den Himmel. In diesen Grabtürmen setzten die Aymara sprechenden Colla und später die Inka Angehörige ihrer Oberschicht bei. Die jüngeren Bauten bestehen aus exakt behauenen Blöcken, werden nach oben hin breiter und besitzen nur eine winzige, nach Osten gerichtete Öffnung, der aufgehenden Sonne und der Wiedergeburt zugewandt. Den Nachmittag in Puno gestalten Sie anschließend nach eigenen Wünschen.
Foto: Nicola Messana
Foto: Amadeustx
Nach Norden durchquert die Straße weites Weideland, auf dem mit etwas Glück Lama- und Alpakaherden grasen. Am La-Raya-Pass teilen sich die Gewässer: Nach Süden fließen sie dem Titicacasee zu, nach Norden sammeln sie sich im Vilcanota, der als Urubamba das Heilige Tal durchströmt und schließlich den Amazonas speist. Schneefelder und Gletscherzungen bilden die eindrucksvolle Kulisse.
Sixtinische Kapelle AmerikasVon außen wirkt die Kirche San Pedro Apóstol in Andahuaylillas schlicht. Hinter dem Portal jedoch verschlägt die Pracht des Innenraums den Atem: Wandmalereien bedecken nahezu jede Fläche, eine bemalte Holzdecke im Mudéjar-Stil spannt sich über das Kirchenschiff, und vergoldete Altäre schimmern im Halbdunkel. Am Eingang stellen Bilder den Weg in den Himmel und den Weg in die Hölle einander gegenüber, um die indigene Bevölkerung zu bekehren.
Tempel des SchöpfergottesIn Raqchi errichteten die Inka dem Schöpfergott Wiracocha einen gewaltigen Tempel. Seine zentrale Mauer mit steinernem Sockel und hohem Aufbau aus Lehmziegeln überragt noch heute die Felder. Ringsum zeugen Reihen runder Speicherbauten und Wohnanlagen von der Bedeutung des Ortes als Versorgungsstation an der Königsstraße der Inka. Unweit der Anlage erstreckt sich ein erstarrter Lavastrom.
Foto: Vitmark
Foto: Jesse Kraft
Als Qosqo, Nabel der Welt, war Cusco (Unesco Weltkulturerbe) das Zentrum eines Reiches, das sich über weite Teile des westlichen Südamerikas erstreckte. Nach der Eroberung setzten die Spanier ihre Kirchen und Paläste auf die Mauern der Inka. Bei der Stadtrundfahrt wird dieses Übereinander allgegenwärtig: Fugenlose Mauern aus behauenem Stein tragen Kolonialbauten mit hölzernen Balkonen, und die Plaza de Armas liegt dort, wo einst auf dem zeremoniellen Hauptplatz der Inka feierliche Prozessionen stattfanden.
Abendmahl mit MeerschweinchenDie Kathedrale von Cusco entstand über dem Palast eines Inkaherrschers, zum Teil aus Steinen, die man von Sacsayhuamán herbeischaffte. Ihr Inneres birgt Hunderte Gemälde der Schule von Cusco, in denen europäische Motive eine andine Färbung erhalten. Auf dem Abendmahl von Marcos Zapata liegt ein gebratenes Meerschweinchen in der Mitte der Tafel. Besondere Verehrung genießt der dunkle Christus Señor de los Temblores, der die Stadt vor Erdbeben schützen soll.
Gold und Stein im SonnentempelIm Koricancha verehrten die Inka ihren Sonnengott Inti. Chronisten berichten von Wänden, die mit Goldplatten verkleidet waren. Die Konquistadoren schmolzen die Schätze ein und errichteten das Kloster Santo Domingo auf den Fundamenten. Als ein Erdbeben im 20. Jahrhundert Teile des Klosters zum Einsturz brachte, blieben die Inkamauern unversehrt. Heute lassen sich in den Innenräumen trapezförmige Nischen und Steinblöcke bewundern, die ohne Mörtel so exakt ineinandergreifen, als seien sie aus einem Guss.
Zickzackmauern über der StadtOberhalb von Cusco thront die Inkafestung Sacsayhuamán. Ihre drei übereinander gestaffelten Terrassenmauern verlaufen im Zickzack und bestehen aus Kalksteinblöcken von kolossalem Gewicht, die mit verblüffender Präzision aneinanderpassen. Wie die Inka diese Giganten ohne Rad und Eisenwerkzeuge bewegten, beschäftigt Forscher bis heute. Die Anlage war Schauplatz erbitterter Kämpfe gegen die Spanier. Von der Höhe schweift der Blick über das Meer roter Ziegeldächer.
Foto: Lschiavone
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Hoch über dem Urubamba-Tal ließ Inkaherrscher Tupac Yupanqui in Chinchero eine königliche Villa anlegen. Erhalten sind breite Terrassen und Mauerreste, auf denen die Spanier eine Kirche mit farbenfrohen Wand- und Deckenmalereien errichteten. Im heutigen Dorf halten Weberinnen alte Techniken lebendig: Sie färben Alpakawolle mit Pflanzen, Mineralien und Cochenilleläusen, die ein leuchtendes Karminrot hervorbringen.
Die Versuchsfelder der InkaKonzentrische Terrassen senken sich in Moray wie die Ränge eines Amphitheaters in eine natürliche Mulde. Zwischen oberstem und unterstem Ring herrschen deutliche Temperaturunterschiede, weshalb Forscher vermuten, dass die Inka hier mit Mikroklimata experimentierten, um Mais, Kartoffeln und andere Pflanzen an verschiedene Höhenlagen anzupassen. Die geometrische Harmonie der Anlage wirkt dabei verblüffend modern.
Weiße Kristalle am BerghangEin Mosaik aus weißen, rosafarbenen und bräunlichen Becken zieht sich an den Salzminen von Maras einen Berghang hinab. Eine salzhaltige Quelle speist Hunderte kleiner Terrassen, in denen das Wasser unter der Sonne verdunstet. Seit präinkaischer Zeit gewinnen Familien aus der Umgebung auf diese Weise Salz. Mit Schaufeln kratzen die Arbeiter die Kristalle zusammen und tragen sie in Säcken über schmale Dämme.
Lebendige InkastadtIn Ollantaytambo wohnen die Menschen bis heute in Häusern auf inkaischen Grundmauern, und durch die schmalen Gassen plätschert Wasser in jahrhundertealten Kanälen. Über dem Ort steigen steile Terrassen zu einem Tempelbezirk hinauf, dessen gewaltige Monolithen aus rosafarbenem Gestein aus einem Steinbruch jenseits des Flusses herangeschafft wurden. Hier fügte Manco Inca den spanischen Eroberern eine ihrer seltenen Niederlagen zu, indem er die Ebene fluten ließ.
Foto: Rafal Cichawa
Foto: Jarnogz
Nach einer kurzen Zugfahrt wechselt Gruppe 1 auf den Inka Trail. Der alte Königsweg führt durch Nebelwald mit Farnen, Bromelien und Orchideen und entlang von Bergflanken, an denen Wasserfälle herabstürzen. Unterwegs erreichen wir Wiñay Wayna, benannt nach einer Orchidee, deren Quechua-Name ewig jung bedeutet. Terrassen schmiegen sich hier in eleganten Bögen an den Hang, dazwischen liegen Wohnbauten und rituelle Brunnen. Der letzte Anstieg endet am Sonnentor Inti Punku. Hier öffnet sich jener Blick, auf den eine Machu Picchu Reise zuläuft: Tief unten liegt die Inkastadt auf ihrem Bergsattel, bewacht vom spitzen Gipfel des Huayna Picchu. Anschließend bringt der Bus die Wanderer hinab nach Aguas Calientes.
Mit dem Andenzug entlang des UrubambaGruppe 2 reist mit dem Zug von Ollantaytambo durch die Schlucht des Urubamba. Vor den Panoramafenstern wandelt sich die Landschaft: Karge Hänge weichen üppigem Grün, Felswände rücken dicht an die Gleise, und der Fluss schäumt über mächtige Blöcke. Mit jeder Kurve wird die Luft feuchter, und die Vegetation kündigt den Übergang von den Anden zum Amazonasbecken an.
Erste Begegnung mit der Stadt in den WolkenAuf einem Bergsattel hoch über dem Urubamba ließ vermutlich Herrscher Pachacútec im 15. Jahrhundert Machu Picchu (Unesco Weltkultur- und Naturerbe) erbauen. Den Spaniern blieb die Anlage verborgen, erst Anfang des 20. Jahrhunderts lenkte Hiram Bingham die Aufmerksamkeit der Welt auf sie. Der Rundgang führt über Treppen und Terrassen in das Herz der Stadt, vorbei an Tempeln, Plätzen und Wohnvierteln. Zwischen den Ruinen grasen Lamas, Wolkenfetzen ziehen über die Gipfel und geben die Anlage immer wieder neu frei. Am Nachmittag bleibt Zeit, Aguas Calientes zu erkunden: Das Städtchen am Fuß des Berges schmiegt sich in eine enge Schlucht, durch die der Urubamba rauscht, und lockt mit einem Markt voller Kunsthandwerk.
Foto: Nika Lerman
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Beim zweiten Besuch von Machu Picchu führt der Rundgang über die oberen Terrassen, von denen sich das klassische Panorama entfaltet. Aus der Höhe erschließt sich die durchdachte Planung der Inka: Die Stadt gliedert sich in einen landwirtschaftlichen und einen städtischen Bereich, Kanäle leiten Quellwasser zu einer Kette von Brunnen, und ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem unter den Terrassen schützt den Hang vor Erdrutschen. Spätestens jetzt zeigt sich, warum eine Machu Picchu Reise nicht auf einen einzigen Besuch beschränkt bleiben sollte: Licht, Wolken und Blickwinkel verändern das Bild von Stunde zu Stunde. Am Nachmittag bringen Zug und Bus uns zurück nach Cusco.
Foto: Izabela 23
Foto: Donyanedomam
Der Vormittag gehört noch einmal Cusco. Vielleicht zieht es Sie in das Künstlerviertel San Blas, wo steile Kopfsteingassen zu Werkstätten von Holzschnitzern und Malern führen und kleine Plätze den Blick über das Dächermeer freigeben. Lassen Sie die alte Hauptstadt der Inka in den Anden ein letztes Mal auf sich wirken, bevor der Rückflug über Lima nach Europa startet. Im Gepäck reisen die Erinnerungen an eine Peru Reise zwischen Wüste, Hochland und heiligen Tälern.
Foto: Cristi Croitoru
Foto: Cristi Croitoru
Nach dem Umsteigen in einer europäischen Metropole landen Sie am frühen Abend an Ihrem Heimatflughafen. Kondore über dem Canyon, schwimmende Schilfinseln und die Stadt auf dem Bergsattel begleiten Sie noch lange in Gedanken.
Foto: mikeshots
Entdecken Sie unsere Reisen – Inspiration, Abenteuer und unvergessliche Momente warten auf Sie.
Ulrich Bexte, Alexis Ortega, David Calejas
Tel.: 02241-9424211
Montag - Freitag 09.00 - 18.00 Uhr
💻 Videochat Terminvereinbarung| Reise Nr. | Reisedatum | Dauer | Flug | Reisepreis | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 2651010 | Fr, 12. Jun – Mo, 29. Jun 2026 | 18 T | KL/LA | 5298 Euro | ausgebucht |
| 2651012 | Sa, 17. Okt – Di, 3. Nov 2026 | 18 T | KL/LA | 5298 Euro | ausgebucht |
Reisedatum: Fr, 12. Jun – Mo, 29. Jun 2026
Dauer: 18 T
Flug: KL/LA
Reisepreis: 5298 Euro
Status: ausgebucht
Reisedatum: Sa, 17. Okt – Di, 3. Nov 2026
Dauer: 18 T
Flug: KL/LA
Reisepreis: 5298 Euro
Status: ausgebucht
| Einzelzimmerzuschlag | Flüge | Teilnehmerzahl |
|---|---|---|
| 780 Euro |
LA: LAN & LAN Peru & LAN Chile IB: Iberia (via Madrid) KL = KLM (via Amsterdam) Es gibt kein Direktflüge nach Peru. |
Mindestteilnehmerzahl: 16 Pers. Maximalteilnehmerzahl: 24 Pers. |
| Änderungen vorbehalten | ||

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