Bolivien entdecken: Andengipfel, Salar de Uyuni , indigene Bevölkerung Bolivien, Kolonialstadt Sucre, Regenwälder & Jaguare u.v.m.
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Am Abend startet der Flug ab Frankfurt über Madrid nach Santa Cruz. Der Nachtflug über den Atlantik gibt Ihnen Zeit, sich langsam umzustellen. Man lässt den Alltag hinter sich, blickt aus dem Fenster auf Lichterketten und Wolken und stellt sich auf eine Reise ein, die von Tiefebenen bis über 5000 Meter hohe Gipfel führen wird. Zwischen den Schlafphasen tauchen erste Gedanken an tropische Wärme, weiße Städte und weite Salzflächen auf, die wie Schnee wirken. Das Bordessen, ein letzter Film ... dann folgen Dunkelheit und die Vorfreude auf 24 Tage zwischen Dschungelrand und Hochwüste.
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Die Ankunft erfolgt früh in Santa Cruz auf etwa 500 Metern Höhe. Gegründet als Siedlung zur Erschließung des Tieflands, wurde sie durch Landwirtschaft, Zucker und später Erdgas zur größten Stadt des Landes. Nach dem Transfer zum Hotel bleibt Zeit zum Ausruhen und dem ersten Atemzug tropischer Luft. Beim traditionellen Mittagessen erwarten Sie Gerichte des Ostens wie Majadito, gebratene Yuca und frischer Maracuja-Saft. Am Nachmittag besichtigen Sie bei einer Stadtrundfahrt durch Santa Cruz die Plaza 24 de Septiembre. Dieser Platz ist das Herz der Stadt, umrahmt von Gebäuden mit hölzernen Veranden, in denen sich Cafés und Buchhandlungen befinden. Die Kathedrale erhebt sich mit heller Fassade sowie Glockenturm und besticht im Inneren mit Holzschnitzereien aus der Missionszeit. Der Kulturkomplex Manzana 1 zeigt zeitgenössische Kunst aus dem Tiefland, oft mit Bezug zur Natur oder indigenen Motiven. Das Stadtviertel Equipetrol zeigt eine andere Seite, mit Villen, schattigen Straßen, kleinen Restaurants und Eisdielen. Ein gelungener erster Eindruck von einer Stadt, die tropisch, jung sowie selbstbewusst wirkt und eine erholsame Übernachtung verspricht.
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Am dritten Tag fahren Sie nach San Javier, wo die Besichtigung der historischen Jesuitenmission wartet. Durch Jesuitenpater José de Arce gegründet, war sie die erste Mission in der Chiquitania und Ausgangspunkt für weitere Missionierung. Die Kirche wurde komplett aus heimischem Holz errichtet, ohne Eisennägel, nur mit Holzdübeln und traditioneller Zimmermannskunst der Chiquitano-Handwerker. Das Innere überrascht mit gedrechselten Säulen, die mit Pflanzenfarben bemalt sind, mit Blattgold sowie einem Altar, der von Chiquitano-Künstlern geschnitzt wurde und lokale Heilige zeigt. Die Musik spielte von jeher eine große Rolle. Heute üben Kinder in der Kirche Barockmusik, die einst von den Jesuiten eingeführt wurde und die hier überdauerte. Der faszinierende, gepflegte Ort vereint Glauben mit Handwerk und ist bis heute lebendig geblieben.
Die Weiterfahrt führt nach Concepción, wo Sie die Jesuitenkirche, das Museum und den Zapoco-Staudamm besuchen. Die Kirche von Concepción gilt als eine der schönsten der Region und als Höhepunkt des Missionsbarocks. Ihre Proportionen sind leicht und licht, die prächtigen Deckenmalereien zeigen biblische Szenen mit tropischen Pflanzen und Tieren, die es in Europa nicht gibt. Im Museum nebenan liegen Notenblätter, geschnitzte Heilige und alte Glocken, die von der Arbeit der Missionare sowie der Musikkultur erzählen. Der Zapoco-Staudamm liegt etwas außerhalb und speichert Wasser für die Trockenzeit. An seinem Ufer stehen Palmen, Fischer werfen ihre Netze aus und der Himmel spiegelt sich weitläufig auf der Oberfläche. Am Abend kehrt in der kleinen Stadt mit ihren stillen Gassen Ruhe ein.
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Am Morgen des 4. Tags setzt sich die Fahrt nach San Ignacio de Velasco fort. Das Mission-Dreieck beheimatet die Jesuitenstationen von San Miguel, San Rafael sowie Santa Ana, welche zum Welterbe ernannt wurden und abseits der Hauptstraßen liegen. San Miguel besitzt eine breite Fassade sowie innen eine kunstvolle Kassettendecke mit über tausend bemalten Feldern, die von indigenen Malern geschaffen wurden und die von Engeln oder Pflanzen erzählen. San Rafael beherbergt eine der ältesten Orgeln des Kontinents sowie eine vollständig aus Holz geschnitzte Kanzel mit Engeln und vergoldeten Blättern. Santa Ana gilt als letztes Dorf, das nach dem Vertreibungsedikt der Jesuiten fast unverändert weiterlebte und von den Einwohnern selbst erhalten wurde. Die kleine Kirche wirkt eher wie ein großes Haus. Diese drei Orte liegen neben roten Erdpisten, umgeben von Wald und kleinen Feldern, wo Mais sowie Yuca wachsen. Man spürt die Abgeschiedenheit, die diese Bauten über Jahrhunderte bewahrt hat. Am Abend erreichen Sie die Unterkunft in San Ignacio de Velasco.
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Tag 5 lockt mit der alten Kirche von San Ignacio de Velasco und dem örtlichen Kunsthandwerkszentrum. Hier erlernen junge Menschen die alten Techniken des Restaurierens, Holz zu schneiden und natürliche Farben herzustellen, die für die Renovierung der Kirchen benötigt werden. Die Reise führt dann weiter nach San José de Chiquitos. Hier besuchen Sie die traditionellen Weberinnen, die an einfachen Webstühlen Baumwolle zu dichtem Tuch verarbeiten und dabei auf dem Boden sitzen. Ihre Muster symbolisieren Bedeutungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und die Pflanzen oder Tieren darstellen, um die eigene Zugehörigkeit zeigen. Der Holzschnitzer Pitágoras, schnitzt in seiner Werkstatt aus einem einzigen Stamm Engel, Tiere und Masken. Der Duft des vertrauten Holzes, das Klopfen des Werkzeugs sowie die ruhige Hand des Meisters zeigen, wie lebendig die Traditionen der Missionen geblieben sind und wie sie Familien ernähren. Am Abend übernachten Sie in San José de Chiquitos.
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Bei einer kurzen Stadtrundfahrt durch San José de Chiquitos erleben Sie die Missionsanlage, die mit ihren dicken Steinmauern fast wie eine Festung wirkt und den Verteidigungscharakter der Zeit zeigt, als Angriffe aus Brasilien drohten. Nach der Rückfahrt durch die weite Ebene nach Santa Cruz erfolgt der Weiterflug nach Sucre mit Transfer zum Hotel. Sucre liegt auf etwa 2800 Metern. Wegen ihrer weißen Fassaden wird sie die weiße Stadt genannt und ist die verfassungsmäßige Hauptstadt. Kühle, klare Luft, Innenhöfe mit Brunnen und Orangenbäumen sowie die gepflasterten Gassen verbreiten das Gefühl von Heimat. Ein gemütlicher Spaziergang am Abend führt an erleuchteten Kirchen vorbei und an den kleinen Schokoladenläden, für die Sucre bekannt ist.
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Nach der Übernachtung in Sucre genießen Sie ein lokales Frühstück mit Salteñas – kleinen, herzhaften Teigtaschen, die mit dem Löffel gegessen werden und die mit Huhn, Ei sowie Gemüse gefüllt sind. Beim Stadtrundgang besichtigen Sie die Casa de la Libertad. In diesem Haus wurde 1825 die Unabhängigkeitsurkunde unterzeichnet und damit die Republik geboren. Der Saal beheimatet die Originaldokumente, Porträts sowie Fahnen der Gründerzeit, erzählt vom Stolz eines neuen Landes und von Simón Bolívar. Weiter geht es zum Hauptplatz mit Arkaden, zum Zentralmarkt Mercado Central mit Bergen von Obst, Käse sowie frischen Kräutern, wo Frauen in bunten Röcken verkaufen, bis zum Kreuzgang der Universität San Francisco mit alten Holzbalken und stillen Ecken.
Am Nachmittag lernen Sie den Friedhof kennen, der als einer der schönsten in ganz Südamerika gilt und als Park verstanden wird. Hohe Zypressen, Marmorengel, Mausoleen und kleine Kapellen wirken wie ein Skulpturenpark, in dem Familiengeschichten erzählt werden. Danach unternehmen Sie einen kleinen Rundgang über die Plaza Libertad, durch den Bolívar-Park bis zum Justizpalast mit seiner klassizistischen Fassade und kunstvollen Säulen. Der Park ist beliebter Treffpunkt von Familien, Studenten und Händlern. Abends wohnen Sie einer traditionellen Folklore-Tanzaufführung mit farbenfrohen Kostümen, Trommeln sowie Flöten und dem gemeinsamen Abendessen mit lokalen Gerichten und Wein aus der Region bei, bevor Sie in Sucre zu Bett gehen.
Foto: Saiko3p
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Noch höher geht es nach Tarabuco, etwa eine Stunde von Sucre entfernt. Der Sonntagsmarkt bietet lokale Agrarprodukte und Kunsthandwerk. Jeden Sonntag kommen Bauern aus den umliegenden Tälern, oft in Tracht mit bestickten Westen und Montera-Hüten, die an spanische Helme erinnern und ihren Ursprung in der Kolonialzeit haben. Auf dem Boden liegen Kartoffelsorten in allen Farben, von lila bis gelb, Mais, getrocknete Kräuter und kleine Säcke mit Chili. Daneben werden gewebte Decken, Ponchos und kleine Taschen angeboten, die in mühevoller Arbeit entstehen. Es wird gefeilscht, gelacht und erzählt, Kinder laufen zwischen den Ständen und Musikanten spielen. Das Mittagessen vor Ort beinhaltet einfache Gerichte wie Pukara. Die Rückfahrt nach Sucre durch eine karge Hochebene dauert etwa zwei Stunden.
Foto: Laura Facchini
Foto: Sl Photography
Im Kreidepark Parque Cretácico am Stadtrand von Sucre entdecken Sie Dinosaurierspuren. An einer fast senkrechten Felswand sind über fünftausend Abdrücke erhalten, die vor 68 Millionen Jahren entstanden, als sich hier ein flacher See befand und Dinosaurier durch den Schlamm liefen. Ein Steg führt nah an die Wand heran, Modelle erklären die Tiere und ihre Größe. Im ASUR-Museum für traditionelle Textilkunst sammeln Frauen aus den Gemeinden Jalq'a und Tarabuco ihre Webarbeiten, die sonst verloren gehen würden. Jedes Tuch erzählt eine Geschichte mit Tieren sowie Geistern, die nur Eingeweihte lesen können, die von Träumen inspiriert und oft in Rot-Schwarz gehalten sind. Bei der Fassade der Kirche Santo Domingo ist Zeit für einen kurzen Foto-Stop, um barocke Fassade und doppelten Turm, den kleinen Pasaje Santa Teresa mit Läden und Cafés sowie die Terrasse San Felipe Neri zu fotografieren. Von hier blickt man über die weißen Dächer der Stadt bis zu den Bergen und genießt das Licht. Es folgt eine dritte Übernachtung in Sucre.
Foto: Byelikova
Foto: Sl Photography
Die Weiterfahrt führt nach Potosí auf etwa 4000 Meter, durch weite Hochebenen mit Lamas und pittoresken Dörfern. Der Stadtrundgang beinhaltet die Besichtigung der Plaza des 10ten November. Der Platz liegt im Zentrum der nach der Entdeckung von Silber gegründeten Stadt, die im 17. Jahrhundert zu den größten und reichsten Städten der Welt zählte, durch ihren Reichtum berühmt wurde und Menschen aus ganz Europa anzog. Sie ist von Balkonen, Kirchen sowie Kolonialbauten mit steinernen Portalen und Holzbalkonen umgeben. Beim typischen Mittagessen können Sie Kalapurka Suppe versuchen, die mit glühenden Steinen direkt im Teller zum Kochen gebracht wird und dadurch einen rauchigen Geschmack erhält. Sie wird mit Fleisch und Mais zubereitet. Danach steht ein Besuch der Casa de la Moneda an, der Nationalen Münzprägeanstalt Boliviens. Hinter den dicken Mauern wurden jahrhundertelang Silbermünzen geprägt – zunächst mit Muskelkraft und Maultieren, später mit Maschinen aus England. Die Säle stellen Pressen, Schmelzöfen sowie Münzsammlungen aus, die von Reichtum und Ausbeutung erzählen.
Foto: Ulf Hübner
Foto: Marktucan
Nach der Übernachtung in Potosí brechen Sie auf zur halbtägigen Bergwerkstour mit Besuch des Bergwerksmarktes und – wenn Sie möchten – zum Besuch einer Mine am Cerro Rico de Potosí auf. Auf dem Markt wird alles verkauft, was Bergleute benötigen: Dynamit, Kokablätter gegen Höhe und Hunger, Alkohol sowie kleine Gaben für den Tio, den Berggeist, der in den Stollen verehrt wird und dem Opfergaben dargebracht werden. In der Mine selbst sind die Gänge eng und niedrig, die Luft ist staubig und warm. Die Taschenlampe ist die einzige Lichtquelle. Die Führer, oft ehemalige Bergleute, erzählen von ihrer Arbeit sowie von Ritualen, die bis heute gepflegt werden und von Solidarität unter Tage. Man begreift, weshalb der Berg von den Einheimischen als lebendig verehrt sowie gleichzeitig gefürchtet wird und warum er in der Stadt allgegenwärtig ist. Am Nachmittag erfolgt die Weiterfahrt zum Übernachtungsort Uyuni durch weite Ebenen, in denen Lamas sowie Alpakas grasen und Salzseen glitzern.
Foto: Rafal Cichawa
Foto: Jesse Kraft
In Uyuni besuchen Sie den Eisenbahnfriedhof, wo rostige Lokomotiven aus dem frühen 20. Jahrhundert inmitten der Wüste liegen: die Überreste des gescheiterten Projekts, eine Bahnstrecke bis zum Pazifik zu bauen und das Silber abzutransportieren. Die Loks rosten langsam in der trockenen Luft und sind ein bekanntes Fotomotiv. Weiter geht es nach Colchani, einem Dorf am Rande des Salzsees, in dem Familien Salz von Hand schaufeln, trocknen, zu kleinen Hügeln aufschütten und in Säcken verkaufen. Hier kann man kleine Souvenirs aus Salz kaufen. Eine Tour führt über den Salar de Uyuni mit seinen Salzfeldern, die sich bis zum Horizont erstrecken. Die Salzwüste ist über zehntausend Quadratkilometer groß. Sie entstand aus einem ausgetrockneten Salzsee und enthält große Lithiumvorkommen. Beim Halt auf der Insel Incahuasi bestaunen Sie Riesenkakteen, manche davon über zehn Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt. Danach warten die Playa Blanca und das Dakar-Denkmal, das an die berühmte Rallye erinnert. Das Athapi-Mittagessen nehmen Sie mit Blick auf die Wüste ein. Bei perspektivischen Fotoaufnahmen können Sie die fehlenden Bezugspunkte für optische Spiele mit Flaschen und Hüten nutzen. Beim Sonnenuntergang über dem Salzsee verwandelt sich das Weiß in Rosa-Orange und der Himmel spiegelt sich im Salz. Die Übernachtung im Hotel de Sal aus Salzblöcken ist ein ganz besonderes Erlebnis. Diese Uyuni Reise bleibt als Bild von grenzenloser Weite sowie Stille im Gedächtnis und ist Höhepunkt für Fotografen.
Foto: Dmitriyrnd
Foto: Javarman
Nach der Ankunft in Ojo de Perdiz besichtigen Sie die Kirche von San Cristóbal. Das Dorf wurde wegen einer Mine um mehrere Kilometer versetzt, die Kirche Stein um Stein wieder aufgebaut. Danach wartet der Aussichtspunkt auf dem Vulkan Ollagüe, der fast 5900 Meter hoch ist, dessen Gipfel leicht raucht und oft schneebedeckt ist. Er markiert die Grenze zu Chile. Dann erreichen wir die traumhaften Lagunen des Hochlandes, die wie Perlen aneinandergereiht sind. Die Laguna Cañapa ist ein flacher See mit Flamingos, die im Wasser nach Krebsen suchen und rosa leuchten. Die Laguna Hedionda verdankt ihren Namen schwefelhaltigen Algen, die einen besonderen Geruch verströmen und viele Vögel anziehen. Die Laguna Honda ist umgeben von braunen Hügeln sowie Vulkanen und oft spiegelglatt. Das Licht ist hart und klar, die Farben wirken surreal und wechseln mit dem Wind sowie der Tageszeit. Sie übernachten in Ojo de Perdiz in einfachen Lodge.
Foto: Jesse Kraft
Foto: Jesse Kraft
An Tag 14 erkunden Sie die Siloli-Wüste, eine Sandwüste mit Dünen, die der Wind stetig formt, die in der Morgensonne golden leuchtet und in der kaum Pflanzen wachsen. Hier befindet sich der Árbol de Piedra, ein isolierter Felsen, der wie ein Baum aussieht, durch Erosion mitten im Sand entstanden ist und von allen Seiten fotografiert werden kann. Die Salvador-Dalí-Wüste beherbergt bizarre Felsformationen, die in der Mittagssonne flimmern. Die Laguna Colorada ist die Rote Lagune, deren Wasser durch Algen sowie Mineralien tiefrot gefärbt ist und in der tausende James-Flamingos stehen, um ihre Nester zwischen Boraxinseln zu bauen. Geysire mit blubbernden Schlammlöchern und Dampf, der nach Schwefel riecht, und die heißen Quellen von Polques formen ein einzigartiges Ambiente, wo man bei eisiger Luft in warmem Wasser baden kann. Die Weiterfahrt geht zur Laguna Verde, der Grünen Lagune, deren Farbe durch Arsen und Kupfer entsteht. Sie liegt am Fuße des Vulkans Licancabur und leuchtet bei Wind smaragdgrün. Die Laguna Blanca schimmert weißlich und beheimatet Lost Italy – Felsen, die wie eine versunkene Stadt wirken und die Fantasie anregen. Die Vinto-Lagune zeichnet sich durch klares Wasser aus. Anschließend erfolgt die Rückfahrt nach Uyuni, wo Sie übernachten – durch eine Landschaft, die wie von einem anderen Planeten wirkt und lange nachhallt.
Foto: Byelikova
Foto: Jesse Kraft
Vom Flughafen in Uyuni fliegen Sie nach La Paz, wo Sie gegen Mittag eintreffen. Die Stadtrundfahrt beinhaltet die Besichtigung von Plaza Murillo, Präsidentenpalast und Parlament, wo heute das politische Leben stattfindet und Soldaten Wache halten, Kathedrale mit barocker Fassade sowie hellem Innenraum, Kirche San Francisco mit mestizischen Verzierungen, steinernen Masken und indigenen Gesichtern. Auf dem Hexenmarkt werden Kräuter, Seifen, Amulette als Opfergaben für Pachamama feilgeboten und Heiler bieten ihre Dienste an. Die Calle Jaén, eine kleine Kopfsteinpflastergasse mit kolonialen Häusern und kleinen Museen, erzählt von alten Zeiten. Die Seilbahn Teleférico schwebt wie eine städtische U-Bahn über die Dächer und besticht mit weiten Blicken über die in einem Kessel liegende Stadt. Beim Besuch des Valle de la Luna, des Mondtals, haben Wind und Regen Nadeln sowie Türme aus Lehm geformt, die im Nachmittagslicht golden leuchten und an Stalagmiten erinnern, durch die man wandern kann.
Foto: Diego Grandi
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Nach der Übernachtung in La Paz fahren Sie eineinhalb Stunden weiter nach Tiwanaku und besichtigen eine archäologische Stätte. Tiwanaku war zwischen 300 und 1000 nach Christus religiöses Zentrum einer Kultur, die den Inka vorausging, weite Teile der Anden beeinflusste und deren Einfluss bis nach Peru reichte. Sie sehen die Akapana-Pyramide, eine halb unterirdische Tempelanlage mit steinernen Köpfen, die alle verschieden sind und unterschiedliche Ethnien zeigen. Das berühmte Sonnentor ist aus einem einzigen Steinblock gehauen, mit dem weinenden Gott in der Mitte und vielen kleinen Symbolen. Die Steinbearbeitung ist bis heute präzise und rätselhaft, ohne Mörtel gefugt und mit Bronzeklammern verbunden. Weite Teile sind noch unerforscht, liegen unter der Erde und warten auf Ausgrabung. Nach der Weiterfahrt erreichen Sie zur Übernachtung Copacabana am Titicacasee, dem höchsten schiffbaren See der Welt. Der Ort ist seit Jahrhunderten Pilgerziel. Am Ufer liegen bunte Boote, in den Gassen wird frischer Fisch gebraten und in kleinen Kapellen brennen Kerzen für die Jungfrau.
Foto: Marktucan
Foto: Dmitriyrnd
Mit dem Boot gelangen Sie zur Sonneninsel Isla del Sol mit Besichtigung von Pilko Kaina, einem kleinen Inka-Palast mit dicken Mauern, dem Blick auf den See, Terrassenfelder und die Inka-Treppe von Yumani. Sie führt mit vielen Stufen zum Wasser hinab und wird von Quellen eingerahmt. Sie wurde von Inka-Ingenieuren gebaut. Die Heilige Quelle mit drei Ausflüssen bringt nach lokaler Überlieferung Jugend, Liebe sowie Glück und wird deshalb von Pilgern verehrt. Auf der Mondinsel Isla de la Luna besichtigen Sie den Iñakuyu Tempel, einst Wohnort der Aclla, der Sonnenjungfrauen, die für den Inka-Kult ausgewählt wurden und hier in Abgeschiedenheit lebten sowie webten. Das Heiligtum der Braunen Jungfrau in Copacabana zeigt die Schutzpatronin Boliviens, die in prächtige Gewänder gekleidet, von Pilgern aus beiden Ländern des Sees verehrt wird und mit Blumen sowie Kerzen geschmückt wird. Zurück nach La Paz geht es über die Hochebene, bei untergehender Sonne und mit Blick auf den See. Sie übernachten in La Paz.
Foto: Rafal Cichawa
Foto: Jesse Kraft
An Tag 18 findet ein Ausflug nach Chacaltaya statt. Die Wanderung bietet entzückende Panoramablicke auf die Anden und die schneebedeckten Gipfel. Der Berg war einst das höchste Skigebiet der Welt. Heute ist der Gletscher fast verschwunden, die Hütte fungiert als Aussichtspunkt sowie Wetterstation und erinnert an den Klimawandel. Der Weg führt über Geröll, die Luft ist dünn und jeder Schritt wird bewusst gegangen. Die Sicht reicht an klaren Tagen bis zum Sajama und Illimani. Im Anschluss besuchen Sie Milluni mit seinem kleinen See, dessen Wasser durch Mineralien fast schwarz wirkt und in dem sich die Berge spiegeln. Der Aussichtspunkt bietet einen Blick auf die Cordillera Real, den Titicacasee in der Ferne und La Paz im Tal. Am Abend erleben Sie die fulminante Cholitas-Wrestling-Show in El Alto. Frauen in weiten Röcken, mit Melone und langen Zöpfen zeigen Akrobatik, Theatralik sowie Humor. Sie beziehen das Publikum mit ein und erzählen von Stärke – ein heiterer Abschluss nach vielen Höhenmetern.
Foto: Florian Bluemm
Foto: Tiago Lopes Fernandez
Nach einer weiteren Übernachtung in La Paz fliegen Sie nach Santa Cruz. Nach dem Transfer zum Hotel steht der Nachmittag zur freien Verfügung, um sich am Hotelpool zu entspannen und die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Nach den kalten Tagen auf über 4000 Metern tut die tropische Wärme gut. Die Lunge atmet leichter; Zeit, Notizen zu ordnen, Fotos zu sortieren oder einfach die Beine baumeln zu lassen, um das Erlebte zu verarbeiten. Am Abend locken Restaurants mit Gerichten aus dem Tiefland wie Surubi, frische Säfte und Musik. Sie verbringen die Nacht im Hotel in Santa Cruz.
Am Morgen führt die Reise nach San Miguelito im östlichen Tiefland, wo Sie auch übernachten. Dieses bildet den Übergang zum großen Feuchtgebiet und gehört zu den artenreichsten Gebieten des Landes. Die Region ist Teil des Einflussbereichs des Pantanal-Ökosystems, zeigt Savanne sowie Galeriewald im Wechsel und ist ebenso abwechslungsreich wie eine Amazonas Reise. In der Lodge, die von weiten Wiesen und Palmen umgeben ist und wo Hängematten zum Ausruhen einladen, essen Sie zu Mittag. Nachmittags erlaubt die 4x4-Safari zu den Fledermausfelsen Tierbeobachtungen, unter anderem von Jabiru-Störchen mit ihren riesigen Schnäbeln, nachtaktiven Eulen, bunten Aras, Kapuzineraffen in den Baumkronen und Ameisenbären. Die Landschaft wechselt zwischen offener Savanne und Galeriewald mit kleinen Wasserläufen. Am Abend beobachten Sie den Sternenhimmel. Fernab von Städten zeigt sich die Milchstraße hell und klar und die Sternbilder des Südens stehen hoch.
Foto: Ondrej Prosicky
Foto: Oakdalecat
Der Sonnenaufgang vor einer sieben Meter hohen Aussichtsplattform färbt den Himmel langsam rosa. Vögel beginnen zu rufen und Nebel steigt zwischen Wiesen und Palmen empor. Nach einem Spaziergang zur Wasserbüffel-Molkerei wohnen Sie dem Melken bei. Die Tiere liefern fettreiche Milch. Diese wird zu Käse verarbeitet, den Sie beim Frühstück mit frischer Milch und Brot genießen. Je nach Wetterlage sehen Sie bei der Wanderung oder Bootsfahrt durch Palmenhaine und über kleine Kanäle Kaimane sowie Schildkröten. Die Verkostung von Büffel-Mozzarella und Burrata wird mit Erläuterungen zur handwerklichen Herstellung ergänzt: ohne Zusatzstoffe, mit viel Handarbeit sowie Sorgfalt und nach traditionellen Rezepten. Nachmittags haben Sie bei der 4x4-Jeep-Tour die Chance, Jaguare, Pumas, Tapire, Rot- und Grauböckchen sowie Wasserschweine zu beobachten. Die Guides lesen Spuren im Sand und zeigen, wie man Tiere findet, ohne sie zu stören. Sie erklären das Ökosystem sowie die Zusammenhänge von Wasser und Land. Beim Abendessen wartet erneut die Sternenhimmelbeobachtung, nachdem sich die Sonne über San Miguelito gesenkt hat.
Foto: Henkbogaard
Foto: Ondrej Prosicky
Am Morgen findet eine geführte Wanderung entlang des Monkey Trails und zur Jaguar-Höhle statt. Der Pfad führt durch dichten Galeriewald, über Wurzeln sowie vorbei an Termitenhügeln, die wie Skulpturen wirken und hart wie Stein sind. Sie beobachten Weißohr-Titi-Affen, Brüllaffen, deren Ruf weit durch den Wald hallt, und eine artenreiche Vogelwelt mit Tukanen, Eisvögeln, Papageien sowie kleinen Kolibris. Die Luft ist feucht und voller Geräusche, das Licht fällt gefiltert durch das Blätterdach, das Muster auf den Boden wirft. Am Nachmittag fahren Sie zurück nach Santa Cruz, wo Sie nächtigen werden – über staubige Pisten, vorbei an Rinderfarmen und kleinen Dörfern. Die Eindrücke aus Wald und Savanne begleiten die Fahrt und bilden einen Kontrast zu den Anden sowie zum Salz.
Foto: Jennifer Lawrence
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Der Morgen bietet Zeit für den Hotel Check-out und das Frühstück. Dann besichtigen Sie den Freizeit- und Ökopark La Rinconada. Der Park liegt am Stadtrand von Santa Cruz und beherbergt einen kleinen See, Hängebrücken, schattige Wege, Bademöglichkeiten und einen Spielplatz. Familien aus der Stadt verbringen hier gerne ihre Wochenenden, Kinder fahren Boot und beobachten Schildkröten oder Fische. Gönnen Sie sich einen letzten Spaziergang unter Palmen, ein Bad im Swimmingpool vor dem Abflug und einen frischen Saft aus Mango. Am Nachmittag erfolgt der Transfer zum Flughafen. Der internationale Rückflug nach Europa gestattet als Nachtflug über den Atlantik den Blick auf ferne Lichter. Zeit, Ihre Reise Revue passieren zu lassen und Reisetagebuch zu schreiben.
In Europa kommen Sie am Vormittag mit vielen Bildern im Gepäck an. Von den weißen Weiten des Salzsees über die roten und grünen Lagunen, die steinernen Kirchen der Chiquitania, die weißen Gassen von Sucre, die engen Stollen von Potosí, die steilen Gassen von La Paz, die Inseln im Titicacasee bis zu den wilden Savannen des Ostens mit ihren Büffeln und Affen.
Foto: jag_cz
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Ulrich Bexte, Alexis Ortega, David Calejas
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💻 Videochat Terminvereinbarung| Reise Nr. | Reisedatum | Dauer | Flug | Reisepreis | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 2759120 | So, 4. Apr – Sa, 24. Apr 2027 | 21 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Tiwanaku: 21 Tage Boliven & Anden | |||||
| 2759130 | So, 4. Apr – Di, 27. Apr 2027 | 24 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| intensiv: 24 Tage mit Amazonas & Jaguarschutzgebiet | |||||
| 2759121 | So, 17. Okt – Sa, 6. Nov 2027 | 21 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Tiwanaku: 21 Tage Boliven & Anden | |||||
| 2759131 | So, 17. Okt – Di, 9. Nov 2027 | 24 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Intensiv: 24 Tage mit Amazonas & Jaguarschutzgebiet | |||||
| Reise Nr. | Reisedatum | Dauer | Flug | Reisepreis | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| 2859120 | So, 2. Apr – Sa, 22. Apr 2028 | 21 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Tiwanaku: 21 Tage Boliven & Anden | |||||
| 2859130 | So, 2. Apr – Di, 25. Apr 2028 | 24 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Intensiv: 24 Tage mit Amazonas & Jaguarschutzgebiet | |||||
| 2859121 | So, 15. Okt – Sa, 4. Nov 2028 | 21 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Tiwanaku: 21 Tage Boliven & Anden | |||||
| 2859131 | So, 15. Okt – Di, 7. Nov 2028 | 24 T | IB/OB | - | freie Plätze |
| Intensiv: 24 Tage mit Amazonas & Jaguarschutzgebiet | |||||
Reisedatum: So, 4. Apr – Sa, 24. Apr 2027
Dauer: 21 T
Flug: IB/OB
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